Franziska Schemel

Franziska Schemel vereint in ihren Objektbildern malerische, plastische und raumillusionäre Elemente. Das Zentrum ihrer Arbeiten bilden kleine Fotos, in neueren Werken auch Videoaufnahmen. Sie zeigen Menschen in alltäglichen Lebensräumen der Stadt, im nüchternen Ambiente kahler Unterführungen oder Bahnhofseingängen, in Tunneln oder schattigen Passagen. Indirekt einfallendes Licht, die Aufnahme in der Bewegung, im Vorbeigehen – die speziellen Gegebenheiten der Situation verleihen den Szenen etwas schwebendes, transparentes.

Der Fokus der Darstellung liegt jedoch auf dem, womit Franziska Schemel diese Miniaturansichten erweitert. Der rahmende, flächige Umraum ist dreidimensional angelegt und verleiht dem Gesamteindruck den einer Theaterbühne, eines Schaukastens. Auf Holz- oder Leinwandgrund trägt die Künstlerin mittels verschiedener Techniken Edelstahl- oder Eisenpulver, Grafit, Sand, Steinmehle, Rost und Pigmente auf. Bewusst mischt sie eigene Ersatzpigmente, wodurch die Farben viel authentischer wirken, als es handelsübliche Farbtuben jemals sein könnten. Die groben, schwer anmutenden Oberflächenstrukturen erhöhen die Dimension der Darstellung noch zusätzlich. Das Rahmende geht über die bloße Funktion hinaus und entwickelt eine dramaturgische Eigendynamik.

Kennzeichnend ist die klare und auf geometrische Grundformen reduzierte formale Gestaltung, die der architektonischen Formensprache der modernen Stadt entspricht.

Vita:

1961in Frankfurt a. M. geboren
1984Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Prof. Erich Mansen
1992Kunstpreis der Kreissparkasse Waiblingen
1992Stipendium der Stadt Freudenstadt
1997Stipendium des Centre de Art Contemporani Piramidon, Barcelona (E)
2003Auftrag für Kunst am Bau, Stadt Karlsruhe – Eichendorffschule
2010Symposion „Salem2Salem“ im Schloss Salem und SAW New York
2012Auftrag für Kunst am Bau für die Unfallkasse Baden-Württemberg

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