Thomas Autering

Thomas Autering zeichnet Körper. Das Motiv balanciert stets zwischen Form und Abstraktion. Ausgangspunkt ist immer etwas Vorhandenes, doch folgt nach den ersten von diesem vorgegebenen Linien bald eine Distanzierung, ein Loslösen vom Objekt. Die ursprünglich geometrische, tierische oder menschliche Form wird nur angedeutet und frei weitergeführt. Der Darstellung haftet das Fragmentarische, das Unvollendete an. Die mögliche Gestalt liegt ganz im Auge des Betrachters, der assoziiert und die mögliche Gestalt seiner ganz persönlichen Wahrnehmung entsprechend einordnet.

Was wie eine flüchtige Skizze beginnt, verdichtet sich durch schnelle Bewegungen zu tiefschwarzen Flächen, denen eine entsprechende Menge Weiß entgegen steht. Die Fläche ist dabei nie homogen, sondern zeugt immer von der Bewegung der einzelnen Linien. Der eindrucksvolle Hell-Dunkel-Kontrast ist Thomas Auterings wichtigstes Mittel zur Modellierung. Schnell und kraftvoll lagert er die öligen, weichen Grafitlinien übereinander und schafft so Volumen. Je nach Lichteinfall glänzen die Schraffuren der schwarzen Fläche und erhöhen so das Maß an Tiefe und Plastizität. Sie hebt sich deutlich vom stumpfen Weiß des Papiers ab und schafft einen halbdimensionalen Zustand, der die bloße Fläche verlässt.

Das Prinzip des Freiraums ist ein wichtiger Aspekt. Auf meist großen Formaten scheinen die Darstellungen über den Bildraum hinauszugehen. Zwei wichtige Aspekte des Daseins, Raum (in Form der schwarzen Flächen) und Zeit (in Form der kurzen, schnellen Linien, die die Bewegung ihrer Entstehung festzuhalten scheinen) lassen sich nicht auf eine bestimmte Fläche Papier begrenzen.

Vita:

1970geboren in Lüdinghausen
Dipl. Designer FH Münster, Fachrichtung Objekt-Design
seit 2007lebt er in Dortmund

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