Ursula Commandeur

Ursula Commandeurs Schaffungsdrang liegt ein gewisses Nachholbedürfnis zu Grunde. Erst mit 40 macht sie ihren Abschluss zur diplomierten Produktdesignerin, Fachrichtung Keramik. Seither fertigt sie sowohl Gebrauchsgegenstände – Schalen, Flaschen, Vasen erwachsen aus dem Bedürfnis, sich auch im Alltag mit schönen Dingen zu umgeben – als auch freie Arbeiten, ganz rätselhafte Formen ohne jeden Gebrauchswert.
In den freien Arbeiten manifestiert sich das Spiel mit dem ihr eigenen, schier unerschöpflich scheinenden Formenrepertoire, welches ihr innerhalb kürzester Zeit internationale Anerkennung und Auszeichnungen einbrachte.
Aus Biskuitporzellan und Draht entstehen Reliefs und Freiplastiken. Ihrem Interesse für Dinge, die nach System aufgebaut sind entsprechend, addiert sie einzelne, sich wiederholende Formen, die sich zu einem neuen Volumen ergänzen. Schwarz weiß gehalten, entstehen so skurrile Objekte und Fantasietürmchen, so eigenwillig, das sie viel Platz für die Phantasie und den Assoziationsraum des Betrachters lassen. Manches lässt einen an seltene Tiere der Tiefsee, Mikroorganismen aus der Ökologie, anderes wieder an Gebilde, die man aus der Technik zu kennen glaubt, denken. Jedes Objekt ist jedoch vollkommen fiktiv, trotz Bezeichnungen wie Herzklappe, Pelz oder Katalysator sind sie als Versuche zu verstehen, einem Gedanken die passende Form zu geben, das Denken und Empfinden sichtbar und greifbar zu machen.

Vita:

1958geboren in Dortmund
1990Abitur
2000Abschluss als Produktdesignerin an der FHN Krefeld
seit 1992Arbeit in eigener Werkstatt
seit 2003Mitglied im ADK Münster
seit 2003Mitglied im BBK für Westfalen
seit 2008Mitglied im Deutschen Werkbund

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