KRAFTWERKE

Ausstellung im ARTLETstudio Karlsruhe vom 27.1. bis 19.2.2017

Andrea Kraft, geboren in Wuppertal, hat in Dortmund an der Fachhochschule Objektdesign studiert. Seit Ende ihres Studiums hat Frau Kraft als freie Künstlerin in Dortmund und Griechenland sowie in den letzten Jahren in Münster gelebt und gearbeitet. Die Künstlerin hatte zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland. Nach mehrfacher erfolgreicher Teilnahme an der Art Karlsruhe ist Andrea Kraft auch im Großraum Karlsruhe keine Unbekannte mehr. Neben der Arbeit mit ihren eigens entwickelten Materialien werden viele Werke von Frau Kraft auch von der Gießerei Strassacker in Süßen produziert und im Rahmen der Edition Strassacker vertrieben.

Am Donnerstag, den 16.2. lädt das ARTLETstudio Kunstinteressierte, Künstler und Galeristen ab 19:00 Uhr zu einem kleinen After-Fair-Umtrunk ein.

Die Künstlerin ist anwesend.

Öffnungszeiten der Galerie während dieser Ausstellung:
Freitags:   14:00-19:00 Uhr
Samstags: 11:00-14:00 Uhr
und während der Messetage vom 16. bis 19.2.: 15:00-19:30 Uhr
sowie jederzeit nach Vereinbarung  Tel.: 0721-66975793 oder Mobil: 0151-15675232

Mit der aktuellen Werkschau von Andrea Kraft präsentiert die Galerie unter dem  Sinn stiftenden Titel „Kraftwerke“ Bilder und Objekte der Münsteraner Künstlerin.

Das ARTLETstudio, geboren in Dortmund und nun sesshaft geworden in Münster zeigt vorwiegend zeitgenössische Kunst, aber auch Medien-Kunst oder Post-Streetart sowie Fotografie finden sich im Programm. Und nun stellt sich sicher mancher die Frage, was wollen die in Karlsruhe? Das ist weit weg und die Sprachbarriere ist auch nicht ganz ohne!

Nun, das liegt zum Einen an der Nähe zur Messe – der ARTKarlsruhe, wo einige internationale Galerien vertreten sind, mit denen wir regelmäßig zusammen arbeiten. Darüber hinaus erschien uns ein entfernter Standort sinnvoll, um den Künstlern aus der Münsteraner Region eine größere Plattform zu schaffen – wie auch das Gegenstück, nämlich unseren Künstlern aus Karlsruhe und weiterer Umgebung im „hohen Norden“ den Boden besser bereiten zu können.

Die Künstlerin ist hier in Karlsruhe nicht ganz unbekannt. Einige unter Ihnen werden sie vielleicht von der ARTKarlsruhe kennen, wo ihre Arbeiten in den letzten Jahren häufig vertreten waren. Dieses Jahr ist sie zwar nicht dort anzutreffen, dafür aber hier zu sehen.

Andrea Kraft hat als Malerin wilder Akte angefangen und sich dann noch im Laufe ihres Studiums des Objektdesigns auch der Bildhauerei zugewandt. Inzwischen arbeitet sie auf beiden Ebenen, und gerne auch in Kombination.

Ihre Malerei hat sich sozusagen erweitert in die Dreidimensionalität. Sie selber sagt dazu:

„Eines Tages wollten sich die Figuren aus der Begrenzung der Leinwand befreien, hinaus in den Raum. Seitdem bleiben einige Figuren der Leinwand verhaftet, andere behaupten sich autonom, oder sie rotten sich zusammen zu Formationen und Gruppierungen… wie hier in der Werkreihe ‚Structures‘“.

Das Grundthema ist die Fragestellung nach der Individualisierung des ICHS innerhalb von Gruppenstrukturen.

Wie sehr bestimmt die Rolle des Einzelnen die äußere Form einer sozialen Gruppe, oder verhält es sich vielleicht andersherum, nämlich dahingehend, dass die dynamischen Kräfte einer Gruppe die Funktion des Einzelnen bestimmen? Kommunikation und Interaktion spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Manche Figuren scheinen hingegen sich selbst zu genügen, wirken wie ein Zeichen im Raum – siehe „Streben“, oder „Anmut“. Inhaltlich ging es hier darum, eine Verbindung zu schaffen zwischen Senkrechte und Horizontale – oder im übergeordnetem Sinne von Geist und Materie.

Erdung und Befreiung, man könnte sagen, zwischen diesen Gegensätzen bewegen sich Kraft´s Figuren.

Die Künstlerin stellt dazu fest: „Harmonie ist ein ausbalancierter Zustand gegensätzlicher Kräfte, dies ist ein zentrales Thema, das sich bei genauer Betrachtung durch mein gesamtes Werk zieht“.

Zum Einen ist da die nach innen gerichtete Energie, das Kontemplative, andererseits das sich Öffnende, Expandierende.

Diese Prinzipien zeigen sich auch in ihrer Arbeitsweise, der Kombinationen von Hell/Dunkel-Kontrasten, den feinen Lasurschichten über pastosen, rauen Oberflächen oder darin, wie sie einen wertneutralen Werkstoff aus Stein/Zellulosegemisch durch eine aufwendige malerische Oberflächenbehandlung veredelt.

In letzter Zeit beschäftigt sich die Künstlerin mit dem Thema „Luft“. Federn und Flügel werden zu Metaphern für das „sich Ausdehnen“ und „sich erheben“ gleichermaßen. Der Flügel ist ja ein klassisches Motiv, einerseits übermenschlich, wie im christlichen Kontext als Sinnbild des Engels, oder auf der materiellen Ebene als tierisches Element, der Fortbewegung dienend.

„Die Worte hören wir mit den Ohren, die Kunst aber verstehen wir mit unserer Seele.“