Mit Quast und Kettensäge

Ausstellung im ARTLETstudio Karlsruhe vom 01.04. bis 06.05.2017

An einem sonnigen Sonntag, dem 2. April wurde die Ausstellung mit QUAST UND KETTENSÄGE mit zahlreichen Gästen eröffnet. Georg Janßen stand den Besuchern Rede und Antwort. Leider musste Anja Weinberg ihre Anfahrt aufgrund eines Fahrzeugschadens abbrechen, nichts desto trotz stießen auch ihre Werke auf großes Interesse. Die Ausstellung ist durchaus ein kleines Kontrastprogramm zu den Arbeiten von Andrea Kraft und Jesús Curiá, die die erste Phase der Galerie an der Boeckhstraße dominierten. Und so soll es auch weitergehen. Im Mai/Juni treffen die surrealistischen Bilder von Sonja Tines auf die zierlichen bewegten Kunstobjekte von Frauke und Dietmar Nowodworski.

Die aktuelle Ausstellung ist noch bis zum 6.5. in Karlsruhe zu sehen. Das ARTLETteam freut sich auf Ihren Besuch!

Neue Skulpturen und Malerei von Anja Weinberg und Georg Janßen

Das ARTLETstudio präsentiert aktuelle und neue Arbeiten von zwei Künstlern vom Niederrhein. Zum einen ist da Anja Weinberg aus Wesel, die ihre Figuren mit scharfem Werkzeug aus Holzstücken herausarbeitet, zum anderen Georg Janßen, der mit seinen abstrakten Bildern dem Informel zuzuordnen ist.

Anja Weinbergs bevorzugtes Arbeitsmaterial ist Holz. Aus diesem fertigt sie Skulpturen und Wandgemälde, die mit Acryl bemalt und mit Wachs überzogen sind und anschließend eingebrannt werden. Als begnadete Porträtistin verleiht sie mit hohem Maß an Sensibilität und Authentizität ihren Figuren soviel Eigenes, dass sie zu greifbaren Charakteren werden. Unbearbeitetes Holz bildet den Sockel der Skulpturen, aus denen die gearbeitete Figur förmlich zu wachsen, zu erblühen scheint. So stellt sie unter dem Aspekt der Formation + Reformation verschiedene Stufen des Arbeitsprozesses gleichberechtigt nebeneinander. In verschiedenen Werkserien thematisiert sie unterschiedliche Menschengruppen, wie zum Beispiel Arbeiter, Männer, Frauen und Kinder, aber auch Angehörige verschiedener Glaubensrichtungen.
Anja Weinberg ist neben der Kunst auch musikalisch tätig und spielt Saxophon. Um nicht nur mit ihrer eigenen Kunst zu begeistern, fördert sie in ihrer Lehrtätigkeit selbstständiges kreatives Arbeiten.

Der schon lange in Münster ansässige Maler Georg Janßen fertigt seine Werke in klassischer Manier mit Stift und Aquarell- und/oder Acrylfarben.
Diese divergieren zwar in Form und Farbe von Zyklus zu Zyklus, gemein ist ihnen jedoch der Anspruch des Künstlers, sich mit geschichtlichen und gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen, denen mancher gern ausweicht. So tritt er beispielsweise mit Gedichten Paul Celans in einen Dialog und und leistete 1989 mit einem Bilderzyklus zum Thema Auschwitz seinen Beitrag zum Brechen des künstlerischen Schweigens.
In unverkennbarem lyrisch-expressiven Stil gelingt es ihm, nicht provozierend, jedoch sehr direkt Fragen aufzuwerfen, die im besten Falle beim Betrachter das Bedürfnis zu grundsätzlichen Fragen bezüglich des Themas oder historischer Fakten wecken.