Pavel Guliaev

Pavel Guliaev

„(…) Symbole in meinen Bildern sind meine subjektiven Symbole, und sie können nicht in das historisch geformte System von Symbolen und Bildern passen. Ich selbst schaffe meine eigene, subjektive Wirklichkeit. Jedes Objekt, jedes Bild ist mit einem Symbol ausgestattet, und das Interessante dabei ist, dass die Bedeutung eines Symbols je nach Kontext variieren kann. Meine Realität ist dynamisch und polysemantisch und ist mit emotionalen und spekulativen Bedeutungen gefüllt, deren Verständnis manchmal nicht verfügbar ist oder je nach Umständen variieren kann.“
Pavel Guliaev

Im Symbolismus ist der Künstler die zentrale Figur, sein Wesen, seine Empfindung und sein Denken steht dabei im Vordergrund. Mit Hilfe von Symbolen erschafft er eine andere Welt. Mitunter wird der Betrachter, der ohne jegliche Grundkenntnisse über die Epoche oder das Leben des Autors an ein symbolistisches Werk herangeht, es schwer haben, den Sinn der einzelnen Verweise konkret zu erfassen, besonders, wenn der Künstler, wie im Falle Guliaevs, aus einer der Westlichen so gegensätzlichen Kultur wie der Russlands stammt. Zunächst hat ein europäischer Betrachter sicherlich nur ein begrenzte Vorstellung des Kommunismuses. Zusätzlich kann er die Entwicklung von der traditionell orthodoxen Bildtradition, deren Ausdruck die Ikone war, hin zur Orientierung an westlichen, speziell französischen Strömungen, nur bedingt nachvollziehen.

Vita:

1967in Russland geboren
1993Doppelabschluss in Grafikdesign und Bildender Kunst
arbeitet seitdem für diverse Verlage als Illustrator, unterrichtet selbst an der Akademie für Grafikdesign, leitet seine eigene Werbeagentur und malt und zeichnet seit mehr als 20 Jahren. Seine Arbeiten finden sich in privaten Sammlungen in Russland, Europa und China. Er lebt in Moskau.

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Erwin-Josef Speckmann

Prof. Erwin-Josef Speckmann

Seine künstlerischen Arbeiten, die aufs Wesentliche, den Kern, die Idee des Wiederzugebenden gerichtet sind, bezeichnet Speckmann als „Extrakte Kunst“. Den „Ursprung des Ganzen“ zeigen wollend, filtert er sozusagen „die Quintessenzen aus den Sinneseindrücken des Lebens“.

Speckmann definiert Kunst als eine typische und spezifische Hirnfunktion, welche assoziative Speicher voraussetzt, die mit nicht-erworbenen (d.h. nicht-erlernten) Inhalten gefüllt sind. Die Existenz eines nicht-verbalen Vorrats an Zeichen und Bedeutungen erlaubt es dem Gehirn, hinter die Grenzen zu schauen, die unsere sensorischen Systeme aufbauen. (…)

So überrascht es nicht, das E.-J. Speckmann in seinem zeichnerischen Werk nichts darzustellen oder abzubilden versucht. Es gibt keine Komposition oder Konstruktion, keine Handlung, keine Situation. Vielmehr sind die Arbeiten der reine Versuch, bildnerisch auszudrücken,“wozu die Worte fehlen“. So entsteht, aus einem Gefühl, einer Erinnerung, einem Hauch von Ursprünglichkeit, von archetypischer Vergangenheit (…) ein unbewusster Werkprozess.

Die Flächen und Linien, die da mit Acryl- oder Ölfarben, mit Tusche auf Packpapier oder Pergament aufgetragen sind, zeugen zwar durch eine reduzierte Farbpalette, Winkel und geometrische Formen sowie den Verzicht auf eine illusionistische Wiedergabe der Welt von einer gewissen puristischen Strenge, gleichzeitig liegt ihnen eine berührende Zart- und Sanftheit inne. Die Art und Weise, mit der diese harten, geraden Linien auf das sanft gefärbte, durch den Pinsel strukturierte, teilweise leicht gewellte Papier treffen, hat etwas so anmutiges, intuitives. Gleichzeitig erhält die Fläche eine immense Tiefe.

Die Skulpturen der Werkserie „Durchsichtig“ sind aus (meist farbigem) Silikatglas bzw. ungefärbtem Acrylglas. Die farbigen Gefäße, Flaschen oder Kolben – Fundstücke in alter, handwerklicher Tradition – sind oft in amorphen Positionen angeordnet und von Acrylobjekten oder -körpern umschlossen. So entstehen diverse Räume, Tiefen und Fluchten. Die Grenzen zwischen dem eigentlichen Objekt, seines werkeigenen Raumes und dem tatsächlichen Umgebungsraum.

Vita:

1939in Münster geboren
1950-59Künstlerische Ausbildung bei Franz Homoet
1959-65Studium der Medizin in Münster und Wien
1986Übernahme des Lehrstuhls für Neurophysiologie, Westfälische Willelms-Universität, Münster
seit 2003Lehrauftrag an der Kunstakademie Münster
2005Emeritierung; Fortsetzung der wissenschaftlichen Arbeit am Institut für Physiologie, Münster
seit 2008Mitglied der Freien Künstlergemeinschaft Schanze e.V. Münster, darüber hinaus zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen

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Benjamin Burkard

Benjamin Burkard

2007 beginnt Benjamin Burkard sein Studium der Biologie und da er „ein bisschen zeichnen kann“, nimmt er als Zweitfach Kunst dazu – wird schon klappen, denkt er sich. Was erst einmal pragmatisch klingt, wird ziemlich schnell zur großen Leidenschaft mit „übermäßigem Schaffensdrang.“ Die Fächerkombination wird für sein Werk bezeichnend sein, der scheinbare Widerspruch sich als dankbare Ergänzung erweisen. Bereits im folgenden Jahr erhält er das Heinrich-von-Zügel-Stipendium für Malerei, welches ihm die Finanzierung von Unterkunft und Atelier erleichtert, vor allen Dingen aber auch erst einmal die Qualität seiner Arbeit honoriert und bestätigt – weitere Auszeichnungen sowie mediale Aufmerksamkeit folgen bald.Inspiration und Anstöße findet der Künstler überall, über die Jahre hat er einen riesigen Bilderfundus angesammelt, der Fotografien oder Abbildungen aus privatem Besitz, Zeitungen oder dem Internet enthält. Diese liefern Ansätze, die in intensiven Werkprozessen zahlreichen Metamorphosen durchlaufen.

Seiner Faszination für Mechanisches und Technisches folgend, malt und zeichnet er zunächst Zahnräder, später komplexere Gebilde und Hydrauliken. Nach und nach kombiniert er diese dann mit Lebendigem – Menschen/Tieren/Pflanzen, bis sie schließlich auch miteinander verschmelzen (Biomechanoiden). Burkard empfindet das Verhältnis zwischen Technik/Maschinerie und Mensch/Natur und Umwelt nicht als Gegensatz, seiner These nach „waren Mensch und Maschine im Laufe der Geschichte niemals getrennt.“ So entstehen Werke von bemerkenswerter Ganzheitlichkeit, sprich: Methodik, Technik und Inhalt gehen Hand in Hand, die diversen Ebenen unterstützen sich gegenseitig und erhöhen so die Wirkung der Darstellung. Linien, welche die Figurationen und Gerätschaften umranden, aber auch kreuzen und teilen, verbinden die verschiedenen Bereiche der Bildebene miteinander und lassen sie insgesamt beinahe vibrieren. Die Szenen scheinen in Bewegung, wer seine Augen länger auf die Leinwand richtet, kann die Figuren mit den Maschinen interagieren lassen, die Bestandteile aufeinander zubewegen.

Die Kunstgeschichte ist bekanntlich eine Rezeptionsgeschichte, und so enthält das Bildwerk des Benjamin Burkard sowohl formal als auch inhaltlich vielerlei Aspekte, die an vergangene Strömungen erinnern. Die abstrakten Farbpartien in der Grundierung als auch auf der Oberfläche verweisen auf den Informel, die motivischen Kombinationen und Neuschöpfungen erinnern an surrealistische Absurditäten, wohingegen die Atmosphäre von Bewegung/Geschwindigkeit und Vibration als auch die generelle Faszination für Technik und Maschine den (italienischen) Futurismus hervorbrachte.

Yasmin Samolat

Vita:

30.11.86in Kandel geboren 
2007 - 2015Studium der Kunst und Biologie an der Universität Landau, Schüler von Günther Berjelung 
2008Heinrich-von-Zügel-Stipendium für Malerei 
2012Gewinner „Junge Kunst in der Villa“
2014Item-Kunstpreis für Malerei „Innovation mit System“ 
2015Förderung durch die Joseph-David Stiftung 
Heinrich-von-Zügel Preis für Malerei 
Albert Haueisen Förderpreis
2016Shortlist Phönix Kunstpreis Top Ten, 2. Platz
Fischer/collegen Kunstpreis 
Förderkoje Kunst/Mitte

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2015-1_Benjamin Burkard_kinetischer Aberglauben_full

Martina Lückener

Martina Lückener

beschäftigt sich mit dem Thema Schatten, deren Verzerrungen und räumlicher Wahrnehmung.

Alltägliche Motive, Menschen oder Figuren, verzerrt sie zu neuen Perspektiven, wobei sie die Formen in ein großes Format mit einer klaren und prägnanten Bildsprache übersetzt. Ihr Interesse gilt dabei der Verfremdung, Reduktion, Tiefenwirkung und Räumlichkeit, der Mystik, Bewegung und Ruhe.

Sie schneidet oder bemalt Papier, Filz, Holz, Metall oder Stoffe und ordnet diese teilweise in Ebenen an.

Dabei untersucht sie unter anderem das Hintergründige, was auf den ersten Blick einfach erscheint und bringt auf diese Weise Unbekanntes ans Licht.

Ausstellungen und Referenzen 

(E) Einzelausstellung, (P) Projekt, (ö.A.) Öffentlicher Ankauf, (K) Katalog

2014 MyHeimat 2014 Herkunft – Suche nach Wurzeln, Museum Abtei Liesborn (P)

Jugendwerk Ostbevern e.V. (ö.A.)

Katholische Kirchengemeinde St. Nepomuk, Burgsteinfurt (ö.A.)

20/20, 20 Jahre Kunstraum Rampe, Bielefeld

Existenz, Studio Artlet, Münster

Jahresgaben Kreiskunstverein Beckum-Warendorf

2013 schaukeln, Kunst trifft Kohl, Münster/Ostbevern (P, K)

Scherenschnittmuseum Vreden

Wasserbad, la folie und Keimzelle Kunst (E) mit Julia Siegmund, Ostbevern (P)

2012/2013 Medienwand am Hafenplatz MS, mediale Präsentation Scherenschnitte

2012 K60, Kreiskunstverein Beckum-Warendorf e.V., Telgte (P)

hbf – Häuser Bilder Fenster, Krönung – crowning moment, Hotel Kaiserhof Münster (P)

2011 StilleSchattenStriche, plan.d., (E) mit Julia Siegmund, Düsseldorf

cross over, Go|c|art Gallery Gotland, Schweden

„Immer Ich“ Ich, Proportional, Kunstverein Arthaus, Ahaus, (E) mit Stefan Rosendahl

  1. Triennale KunstOrt MünsterLand 2011 (P, K):

Wasserspiel,  Installation mit Elke Seppmann, Wasserwerk ETO Ostbevern und

Natur.Mal.Vier., Ausstellungshalle Am Hawerkamp, MS und

Frei(Luft)Schwimmer, Cortenstahlskulpturen, Kulturforum Ostbevern e.V. ( ö.A)

2010 Wandgestaltung Jib/Gleis 22, Stadt Münster, Gemeinschaftsarbeit mit Benedikt Burghoff (P, ö.A.)

KÖRPERLichT, Kunstraum Rampe, Bielefeld (E)

Ultra-Rotor, Wandgestaltung Firma Jäckering zum 100Jährigen Firmenjubiläum, Hamm (ö.A.)

Interieur, Artspace K2, Remagen, Kunstverein Unna (P)

2009 Neue Schatten, Meppener Kunstkreis (E)

Forum 2009, Burg Vischering, Lüdinghausen

Tiere, Silhouettengestaltung für die Nabu Rödinghausen (ö.A.)

Scherenschnittmuseum Vreden (ö.A.)

2008 Scherenschnittinstallation Hotel Rocco Prag (ö.A.)

Große Kunstausstellung NRW, Museum Kunst Palast Düsseldorf (K)

Station Munster, Stichtingstoemp, Den Haag

Museum Villa Stahmer, Georgsmarienhütte (3. Preis Familie im Blick)

Anonyme Zeichner No 9, Kunsthaus Bethanien, Berlin

2007 Florales, Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Blattgold, Cuba-Cultur Münster (E)

seit 2006 regelmäßige Atelierausstellungen am Hawerkamp 31, 48155 Münster

2006 175 Jahre Westfälischer Kunstverein, Münster

Kunst in unserer Region, DA Kunsthaus Kloster Gravenhorst, Hörstel (K)

Einrad, Einzweifigur, Fachhochschule Münster, Fachbereich Wirtschaft, (ö.A.)

2005/06 „das Fliegen vom Träumen“, Begegnungshaus 37 Grad, Münster (E)

2005 Einkäufer, Kunst am Bau Projekt, Gestaltung Bauzaun Münster Arkaden (P)

SommerSchatten, KunstRaum Rampe, Bielefeld (E)

2004 Förderpreis 2004 der „Freunde der Kunstakademie Münster e.V.“  (2. Preis)

2003 Gestaltung Willkommensschilder in Roxel, 2. Preis und Gemeinde Roxel (P, ö.A.)

Vita:

1975geboren in Telgte
1996 -2002Studium Freie Kunst an der Kunstakademie Münster (Examen)
2000 -2005Studium Grafikdesign an der Fachhochschule Münster (Diplom)
2002Meisterschülerin bei Professor Gunther Keusen
seit 2003Projekte Kunst im öffentlichen Raum
seit 2005selbstständig als freie Künstlerin
MitgliedschaftenKreiskunstverein Beckum/Warendorf, KünstlerinnenForum MünsterLand und Hawerkamp 31, Freund des Museums für Kunst und Kulturgeschichte

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Günter Rückert

Günter Rückert

„Wissen Sie, warum ich niemals eine Galerie eröffnen würde? Weil ich ständig Künstler ablehnen müsste. Ich könnte es nicht übers Herz bringen, so ein armes Schwein, das mit seiner Mappe vorbeikommt, die von Herzblut nur so trieft, abzulehnen. Übrigens, kennen Sie die häufigste Form der Ablehnung? Der Galerist setzt sein ‚Alles schon mal dagewesen‘ – Gesicht auf und sagt: „Gefallen mir sehr gut, Ihre Arbeiten“. Aber das nur nebenbei. Ich wüsste auch sonst keinen vernünftigen Grund, Galerist zu werden. Wissen Sie einen? Wäre es nicht besser, Brötchen, Fernseher, Käse, Zahnersatz oder sonst irgendwas zu verkaufen, was Menschen wirklich brauchen? Warum ausgerechnet Kunst, Fragezeichen? Ich nenne Ihnen mal die vier häufigsten Gründe:

Die Gattin eines Arztes eröffnet eine Galerie, um durch die laufenden Unkosten die Steuerlast des gut verdienenden Ehemannes zu senken. Die größte Galeriedichte in Deutschland, bezogen auf die Einwohnerzahl, finden wir auf Sylt.

Ein Künstler, der es nicht geschafft hat, der ständig in Galerien abgewiesen wurde, eröffnet selber eine Galerie, um endlich auf der anderen Seite zu stehen.

Es gibt Menschen, die sind besessen davon, Bilder einzurahmen, und eine Galerie bietet eine tolle Gelegenheit, diese Neurose auszuleben.

Eine Galerie kann auch ein Ort sein, gewisse kriminelle Energien auszuleben. Das laß ich jetzt mal so stehen. Dazu später mehr. Oder doch, ein ganz kleines Beispiel: Ein Galerist lernt im Urlaub einen italienischen Künstler kennen. Er macht ihm folgenden Vorschlag: Du gibst mir 30 Bilder in Kommission und ich organisiere in Deutschland Ausstellungen für dich. Für jede Ausstellung bekomme ich eins deiner Bilder als Aufwandsentschädigung.

Si, va bene, sagt der Künstler, der jetzt international ins Geschäft kommt. Anschließend organisiert der Galerist also Ausstellungen: Stadtbücherei Kamen, Kolpinghaus Meschede, Stadtsparkasse Lünen, Pizzeria Napoli in Ottmarsbocholt usw. Im Nu sind 30 Ausstellungen gelaufen und alle Bilder gehören dem Galeristen. Und die, die er vielleicht verkauft hat, waren solche, die er als Aufwandsentschädigung schon eingesackt hatte. Der Künstler sieht keinen Pfennig Geld und keins seiner Bilder wieder. Das ist nur einer von vielen, vielen legalen Tricks….

Alle Privatgaleristen sind entweder Gangster oder nach zwei Jahren pleite. Aber wenn eine Galerie schließt, melden sich plötzlich die Käufer:“ Hören ´se mal, Sie haben da doch so einen schönen Grafikschrank? Was woll´n se dafür haben?“ …

Vita:

1952in Löningen/Oldenburg geboren
seit 1954bekennender Dortmunder. Nach den notwendigen Umwegen über ein altsprachliches Abitur in Dortmund und eines Germanistik-Studiums mit abschließender Promotion in Bochum
seit 1986freischaffender Künstler in Sachen Malerei, Grafik und in Sachen freies Theater.

Erwähnenswert neben zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen wäre da noch ein Stipendium des Landes NRW für Druckgrafik im Jahre 1992. Mitglied im Berufsverband bildender Künstler und 1. Vorsitzender des Westfälischen Künstlerbundes Dortmund.

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Andrea Kraft

Andrea Kraft

Malerei, Skulptur, Objekte

Beeinflusst von östlicher Philosophie ist der künstlerische Kosmos der Andrea Kraft geprägt von der Auseinandersetzung mit den Grundkräften der Natur, wie Wachstum, Verdichtung und Wandlung. In ihren Arbeiten – die von Malerei, Objekt/ Skulptur bis hin zu experimentellen Techniken reichen- thematisiert sie die wechselseitigen Beziehungen zwischen Mensch und Natur.

„Mich interessiert das Leben als Energieform. Diesen universellen Prinzipien künstlerisch nach zu spüren, ist wie das Erspüren eines „Codes“ im Leben, der sich in allen materiellen Lebensformen verbirgt.“
Hierbei definiert sie den Mensch als eine Art Resonanzkörper , der sich in einem Spannungsfeld von innerem Erleben und äusserem Einwirken bewegt.

Ihre Werkreihen setzen sich auseinander mit den Bedeutungs- und Wahrnehmungsebenen der Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft. Diese finden sich symbolhaft wieder in Formen wie Spiralen, Boote, Federn, oder in geradezu zeichenhaften Körperhaltungen, die sowohl das plastische als auch malerische Werk kennzeichnen. Materialien wie Kupfer oder Gold, sowie die Farbgebung entsprechen zusätzlich einer symbolischen Bedeutungsebene.

Neben Serien rein malerischer oder eben rein skulpturaler Umsetzung entstehen Kombinationen, bei denen durch eine auf bzw. vor die Leinwand montierte Figur die eindimensionale Bildtafel dreidimensional erhöht wird.

Ihre Objekte erarbeitet A.K  aus „Zellukat“, einem Materialmix aus Steingranulat, Zellulosefasern mit Kunststoff, das sie während ihres Studiums selbst entwickelt hat. Auch hier spielt der Prozess des “ Wachsens“ eine bedeutende Rolle. In einem durchaus langwierigen Verfahren entsteht Schicht für Schicht  die Form, welche abschließend malerisch bearbeitet wird. Dieses spezielle Material erlaubt Formgebungen, die mit anderen bildhauerischen  Materialien kaum umzusetzen wären.

Neuerdings entstehen auch Arbeiten bzw. Auflagen in Bronze, die sie in enger Zusammenarbeit mit den Kunstgießereien Petit & Edelbrock sowie Strassacker umsetzt.

Vita:

1965geboren in Wuppertal
1984Jahrespraktikum Siebdruck
1986Fachabitur für Gestaltung
1987Studium Objekt-Design, University of Applied Science, Dortmund
1988freie Graphikerin WDR / Werbeagenturen
1992Studienaufenthalte in Griechenland
1994Frankreich und den USA
1995Studium bei Prof. Nöfer, Prof. Gonissen bis zum Diplom
Tätigkeit als freie Illustratorin
1998Diplom Objektdesign
2002-2004Dozententätigkeit im Bereich „Plastisches Gestalten“
Andrea Kraft lebt als freischaffende Künstlerin in Münster

Weitere Informationen finden Sie hier:

www.andrea-kraft.de

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Hyun-Gyoung Kim

Hyun-Gyoung Kim

Als Hyun-Gyoung Kim 2010 den Förderpreis des NRW-Familienministeriums zur Unterstützung Bildender Künstlerinnen mit Kind erhält, lobt die Jury sie als „humorvolle und fabulierfreudige Künstlerin“. Sowohl ihr zeichnerisches als auch ihr plastisches Werk kennzeichnet eine ganz eigene Formensprache und Bildwelt, welche geradezu neckisch mit den herkömmlichen Wahrnehmungsgewohnheiten des Betrachters spielt. Ob es sich bei dem plastischen oder gezeichneten Objekt nun um ein Haus, einen Pilz, eine Katze oder einen Fisch handelt – stets ist die Darstellung auf die elementarsten Grundstrukturen und -formen reduziert, um genug Möglichkeiten der Assoziation und Imagination offen zu lassen. Oftmals verleiht Huyn-Gyoung Kim ihnen aber noch ein ganz unerwartetes Attribut, um ihren Tierchen und vor allem den Alltagsgegenständen fast schon so etwas wie einen Charakter zu geben. Obwohl z.B. ihre Meerjungfrauen weder Arme noch Gesicht, somit auch keine Gestik oder Mimik haben, ist der gesamte Körperausdruck jedoch eindeutig als solcher auszumachen. Gerade in diesem naiv berührenden Charme liegt die Faszination ihrer Arbeiten begründet.

Vita:

1970in Chun-Ju (Korea) geboren
1989-92Studium der Bildhauerei an der Wong-Kang Uni., Iksan, Korea
1995-2004Studium an der Kunstakademie Münster, bei Prof. R. Ruthenbeck und Prof. K. Fritsch
2000Meisterschülerin bei Prof. R. Ruthenbeck
2002Akademiebrief
2010Stipendium des Landes NRW für Künstlerinnen mit Kindern

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Marc Figueras

Marc Figueras

Marc Figueras ist ein sehr zurückhaltender und bescheidener Künstler, berührend, liebevoll und voller Respekt anderen gegenüber. Seine intuitive Malweise spiegelt diese Eigenschaften merklich. Er gilt als einer der hervorragendsten Vertreter der berühmten katalanischen Hyperrealismus Schule und seine Bilder haben einen hohen Wiedererkennungswert. Er kennt Barcelona wie seine eigene Westentasche und fängt seine Atmosphäre mit größter Hingabe ein. Vor monumentalen Gebäuden im Stil der katalanischen Baukunst, die Antonio Gaudí unsterblich machte, zeigt er Passanten, Touristen, Flanierende, zu Fuß und auf dem Rad. Die Lebendigkeit der Charaktere ist vor allem der Tatsache geschuldet, das seine Arbeit zu dem Zeitpunkt beginnt, an dem das Licht am schönsten ist.
Einmal in Szene gesetzte Fotos dienen als Vorlage. Auf zunächst Öl geschwärzter Leinwand prägen die ersten Schichten Weiß die Struktur, bevor die Farbschichten aufgetragen werden. Diese Vorgehensweise entspricht ganz den alten Meistern und füllt die Materialien derart mit Leben, das man sie an der Leinwand angebracht glaubt: das Leder einer Tasche, das Stück Plastik eines Monogramms, der Stoff einer Hose oder der Glanz blonden Haares, das wirklicher als in natura scheint. Man spürt förmlich die Luft, in der es weht und die Wärme, die vom Straßenpflaster aufsteigt.

Vita:

1981in Barcelona geboren
Studium der Wandmalerei an der Lotja-Schule
Ausbildung bei J.Bonet, Glasmeisterei
Mitwirkung bei Restaurationsarbeiten an den Kirchenfenstern der Sagra Familia

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Jesús Curiá

Jesús Curiá

Seit je her ist der menschliche Körper eines der zentralsten Motive der Kunst – ein unerschöpfliches Thema von Studium und Forschung, dessen Faszination genreübergreifend Ausdruck findet. Es ist daher wenig verwunderlich, dass gerade die jüngere Skulpturgeschichte sich bevorzugt die Darstellung der menschlichen Physiognomie zur Aufgabe macht.
Eine der bemerkenswertesten Auseinandersetzung mit dieser Thematik ist sicherlich dem 1969 in Madrid geborenen Jesús Curiá zuzuschreiben, dessen Oevre Tradition, Moderne und Ethnik in bisher nie da gewesener Weise vereint. Dank klassischer akademischer Ausbildung und intensiven Studium nicht westlicher Kulturen und Ethnien versteht er es wie kein Zweiter, dem Menschen in seinen Figuren im wahrsten Sinne des Wortes ein universelles Gesicht zu verleihen: Sein Werk ist nicht nur eine Hommage an die Schönheit des menschlichen Körpers, sondern vor allem an den Menschen an sich, seine ihm wesentlichen Bedürfnisse, Ideale und Sorgen. Seine Figuren vereinen westliche und nicht westliche Merkmale, sind weder klar männlich oder weiblich. Indem er ihnen die noch nicht komplett ausgebildeten Merkmale Heranwachsender verleiht, erzielt er eine bemerkenswerte Mehrdeutigkeit im Ausdruck, die dem Betrachter eindringlich vor Augen führt, was uns alle eint. Seine Skulpturen sind Kinder unserer Zeit. Die existenzielle Suche nach sich selbst in einer vom Menschen gemachten Gesellschaft steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Gerade in ihrer Verletzlichkeit liegt ihre Stärke, trotz ihrer Nacktheit liegt ihr Innerstes verborgen. Besonders die in Gruppen angeordneten mehr figürigen Objekte veranschaulichen unmissverständlich die Einsamkeit und Verlorenheit des Einzelnen. Sie scheinen keinen Bezug zueinander zu haben, sie berühren sich nicht.
Obwohl wir heutzutage vernetzter den je sind, gerade weil sich unsere Kommunikation vorrangig online oder mit Hilfe modernster, technischer Mittel gestaltet, ist ein aufrichtiges, zwischenmenschliches Miteinander seltener den je. Zweifelsohne ist es das, was Curiás Werk soviel überregionale Beachtung und Wertschätzung entgegenbringt. Die Kombination figurativer und abstrakter Aspekte, die Darstellung in Bronze und Holz, die erdigen, intuitiven Farben, der eindeutig mehrdeutige Ausdruck seines Universalmenschen appelliert an unsere aus tiefster Seele gemeinsame Spiritualität. Sie erinnert uns endlich einmal daran, das unser Mensch Sein nicht in der Individualität und in der Abgrenzung des Einzelnen von allen Andern, sondern in der Überwindung des Ego und in der Rückbesinnung aufs Kollektiv, auf unsere gegenseitige Verantwortung füreinander, seinen wahren Kern offenbart.

Vita:

1969geboren in Madrid
1988-92Studium der Schönen Künste mit Schwerpunkt Skulptur an der Universität Complutense Madrid
1992Abschluss des Studiums mit Examen
1995Curso de doctorado
seit 2009Professor Volumen Universidad Francisco de Vitoria Madrid

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